Meine Verdauung
Ob Sie heute eine Topfengolatsche, ein Joghurt oder eine Banane als kleinen Snack zwischendurch essen, entscheiden Sie meist nach Gusto und weniger nach der Bekömmlichkeit. Was Sie heute zum Abendessen kochen, richtet sich mehr nach Ihrem Zeitbudget als nach dem Ballaststoffgehalt der Lebensmittel. Oder machen Sie sich häufig Gedanken darüber, ob das “Lunch-Paket” neben Ihrem Gaumen auch Magen und Darm schmeckt? Eben. Über Verdauung spricht man nicht, man hat sie ganz einfach. Dabei lohnt es sich, einen Blick hinter die Kulissen des buchstäblichen “Verwandlungskünstlers” Darm zu werfen und ihm für seine tolle Darbietung von Zeit zu Zeit kräftig zu applaudieren.
Der Darm verwandelt Nahrung in Wohlbefinden
Ihr Verdauungstrakt ist ein regelrechter “Lebensmittel-Veredler”. Alles was Sie essen wird sorgsam in klitzekleine Stücke zerteilt. Erst diese können in die Zellen aufgenommen werden. Bereits im Magen herrscht strenge Kontrolle: Nur Ungefährliches darf weiter in den Darm wandern, dem Rest wird von der scharfen Magensäure der Zutritt verwehrt. Im Darm trennt sich weiterhin die Spreu vom Weizen. Die Darmwand funktioniert wie ein Sieb, das nur verwertbare Nährstoffe in das Blut durchlässt. Nicht verdauliche und schädliche Bestandteile “entrümpelt” man mitsamt abgestorbener Bakterienmasse. Beides verlässt den Körper am anderen Ende des Verdauungstrakts.
Eine tolle Leistung des Darms, wenn man bedenkt, dass wir im Laufe unseres Lebens mehr als 100.000 Mahlzeiten verspeisen. Um durch den gesamten Verdauungstrakt zu reisen (= Transitzeit), braucht das Gegessene je nach Menge und Zusammensetzung bis zu drei Tage. Bleibt der Nahrungsbrei länger im Darm, kann dies zu unangenehmem Völlegefühl, Blähungen und aufgeblähtem Bauch führen. Das beeinträchtigt natürlich insgesamt das Wohlbefinden.